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Jahreskonzert 2019 - Im Kosmos von Film und Musical

Samstag., 12. Januar 2019


Im Kosmos von Film und Musical

23. Jahreskonzert des Projektorchesters Würzburg: Die Besucher strömten, der Frankoniasaal im Congress Centrum war ausverkauft. Das Motto "Filmmusik und Musicalmelodien" versprach ein farbiges und abwechslungsreiches Programm; die Stimmung war von der ersten Minute an beifallsfreudig.

Dirigent Markus Hein begann mit dem raumgreifenden "Silverado": Revolverhelden und rauchende Colts manifestierten sich musikalisch sehr plastisch. Hein beherrscht sein Metier ausgezeichnet; er führte schnörkellos und am kurzen Zügel. Das große symphonische Blasorchester agierte, wie auch im weiteren Verlauf, geschlossen und sehr gut vorbereitet.

Als Moderator führte Johannes Keppner in sympathischer Weise durch den Abend, plauderte humorvoll und locker, dabei informativ und sachlich über Film-Plots, Komponisten wie John Williams oder Andrew Lloyd Webber und Hintergründe.

So reiste man in den Kosmos von Star Wars, genoss nicht nur hier die weit gespannte Dynamik und die rhythmische Präzision des Klangkörpers. Dann ein tapferer Marsch mit dem kleinen Wikingerjungen Hicks, dem Drachen entgegen ("How to Train Your Dragon"), sehr energisch, aber auch mit fein gezeichneten naturlyrischen Passagen.

Zum feurigen Galopp mit ordentlichem Drive geriet die Fantasie "El Camino Real": Olé! - der brave Pilger entpuppte sich als stolzer Torero. Ein Arrangement von Gustav Holsts "Jupiter, the Bringer of Jollity" ("Die Planeten") kam recht kompakt und gravitätisch daher; im Chicago der 20er Jahre begegnete man Al Capone ("The Untouchables"). Melodienselig und charaktervoll ist diese Filmmusik von Altmeister Ennio Morricone; wirkungsvoll und kontrastreich präsentierte sie das Projektorchester.

Dirk Rumig als virtuoser Solist am Altsaxophon, unterstützt von Orchestersolisten an Vibrafon und Bass, brillierte mit dem anspruchsvollen Zyklus aus "Escapades". Hein und seinen Musikern gelang hier eine stark abschattierte, fast unheimliche musikalische Atmosphäre; komplex der Schluss mit seiner raffiniert gestrickten Rhythmik.

Nicht alle Programmpunkte überzeugten jedoch in ihrer Klanglichkeit. Die Auszüge aus "Amadeus" ("Requiem" von Mozart) blieben fragmentarisch und blass, was jedoch dem Arrangement von John Glenesk Mortimer zuzuschreiben ist. Schließlich dampfte man mit dem beschwingten "Starlight Express" als fulminantes Finale aus dem offiziellen Programm in den Zugabenblock. Das frenetisch gefeierte Projektorchester hat auch mit diesem Konzert seine musikalische Kompetenz unter Beweis gestellt.


Quelle: https://m.mainpost.de/ueberregional/kulturwelt/kultur/Im-Kosmos-von-Film-und-Musical;art3809,10152842?fbclid=IwAR129LPmKW8hPre15JelLs7XUmeqmZyeGEvC6_8oS_W81kCXBvYJPbPONTg

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