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Mit Pauken und Trompete(n)

Mittwoch., 25. Januar 2017


Mit Pauken und Trompete(n)

Würzburg, Samstag 14.01.2017
von Daniela Schliermann

"Alles kann, nichts muss" - unter diesem Motto stand das Jahreskonzert des
Würzburger Projektorchesters, welches die 1520 Besucher im ausverkauften
Frankonia Saal des Congress Centrum hellauf begeisterte.

Mit einer lockeren Souveränität führte Dirigent Markus Hein die 69 Blech- und
Holzbläser sowie Percussionisten am Samstag (14.01.2017) durch das etwa
zweistündige Programm voller musikalischer Leckerbissen und
außergewöhnlicher Darbietungen.

In diesem Jahr erwarteten das Publikum nicht nur die großen Film- und
Musicalhits der letzten Jahre, sondern auch Kompositionen, die den Zuhörer ein
Stückchen weiter in die Vergangenheit entführten bis hin zur Gründung des
Projektorchesters vor 21 Jahren. Damals begann alles mit den Melodien aus
"West Side Story". Ein Medley aus diesem Musical war das erste Stück, welches
das Projektorchester Würzburg gemeinsam gespielt hat. Mit "Four Dances From
West Side Story" gelang es dem Orchester somit, einen Bogen zu spannen von
seinen Wurzeln bis zum heutigen Tag. Auch das Stück "Highlights from "Chess""
stammte aus früheren Zeiten des Orchesters.

Aus dem Gedanken, den Zeiten von "immer schneller, immer besser, immer
bombastischer" etwas entgegenzusetzen und niemandem mehr etwas beweisen
zu müssen, war im Vorfeld das Motto für das diesjährige Konzert entstanden:
"Alles kann, nichts muss".
Es müssen nicht immer nur die Melodien bekannter Blockbuster sein, auch die
Musik aus kleineren und älteren Produktionen kann das Publikum mitreißen und
verzaubern.
So entstand für das Jahreskonzert eine bunte, spannende Mischung, die unter
anderem die Stücke "Festivo", "Harry Potter And The Chamber Of Secrets",
"Summon The Heroes" und "The Polar Express" enthielt.

Ein musikalischer Höhepunkt war das "Trompetenkonzert" von Alexander
Arutjunjan, für welches sich das Orchester den jungen Solo-Trompeter Manuel
Scheuring aus Volkach ins Boot geholt hatte.
Manuel Scheuring (25) belegt aktuell das Fach "Trompete künstlerisch" an der
Hochschule für Musik in Würzburg. Er spielte bereits im Philharmonischen
Orchester Würzburg, im Theater Meiningen und im Theater Augsburg und ist
zudem Mitbegründer der Gruppe "Meeblech".
Im "Trompetenkonzert" stellte er - exzellent begleitet vom Orchester - mit Bravour
und viel Leidenschaft sein Können unter Beweis und präsentierte dem faszinierten
Publikum die Vielfalt an Klangfarben seines Instruments. Für diese bombastische
Darbietung ernteten das Orchester und Manuel Scheuring einen verdienten,
tosenden Applaus.
So endete der erste Teil des Abends (unter anderem) mit Pauken und
Trompete(n).
Für die nötige Hintergrundinformation zu den einzelnen Stücken und eine lockere
Stimmung sorgte Moderator Johannes Keppner. Der Radio-Gong-Unterhalter
führte die Zuhörer mit dem gewohnten Charme durch das Programm und brachte
die musikalischen Fakten mit Witz und Lockerheit an den Mann und die Frau.

Mit "Charles Chaplin", einer mitreißend heiteren Mischung aus verschiedensten
Werken von Multitalent Charlie Chaplin, endete der offizielle Teil des Konzertes.
Doch wie zu erwarten war, war das Publikum nicht bereit, die Musiker bereits von
der Bühne zu verabschieden.
Bei drei Zugaben kam es schließlich noch einmal voll auf seine Kosten und durfte
bei "Typewriter" bestaunen, dass man auch mit einer Schreibmaschine ("die Oma
des iPads oder Tablets") Musik machen kann. Auch "Mission Impossible" riss die
Zuhörer noch einmal mit.
Für das Projektorchester Würzburg jedoch heißt es "Mission Complete" - ein
erstmals ausverkauftes Konzert im CCW und 1520 begeisterte Besucher.