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Das Projektorchester Würzburg in Chemnitz und Eger/Tschechien 2013 (von Florian Oschmann)

Mittwoch., 12. Juni 2013

Mit kleinen Augen machten sich die 50 motivierten MusikerInnen des Projektorchesters Würzburg am Donnerstagmorgen um 7:00 Uhr auf den Weg nach Chemnitz und Eger/Tschechien. Im Gepäck befand sich neben dem kompletten Schlagwerk auch der neue Dirigent Peter Leipold, der in Chemnitz mit uns sein Debüt feierte.
Schon kurz nachdem wir Würzburg verließen, erweckten ein paar Sonnenstrahlen einige Musiker aus ihrem Dämmerschlaf. Auch unsere Morgenmuffel konnten während der vierstündigen Fahrt mit Kaffee ins Leben zurückgeholt werden, sodass ein unternehmungslustiger Bus voller junger Menschen gegen Mittags im sächsischen Chemnitz eintraf. Selbst das verregnete Wetter konnte die Stimmung nicht trüben und so wurde - nach einer kleinen Erholungspause im Hotel - Chemnitz erkundet und dabei die knurrenden Mägen gefüllt.
Zurück im Hotel blieb dann nicht mehr viel Zeit bis zum Konzert. Nach einem kurzen Nickerchen saßen alle einigermaßen erholt in Konzertkleidung im Bus Richtung Konzertsaal, einem Hörsaal der TU Chemnitz. Routiniert bezogen wir unsere Bühne für diesen Abend und erarbeiteten in der Anspielprobe die letzten Feinheiten. Anschließend gab es, organisiert von der Fachschaft Maschinenbau der TU Chemnitz, einen gigantischen Berg an selbst geschmierten Brötchen und Getränken, dem wir trotz größter Bemühungen nicht Herr werden konnten. An dieser Stelle möchten wir uns bei Mandy und ihren Wichteln dafür und das spätere Abendprogramm bedanken.

Gut gestärkt war es dann nach einer 1 ½ monatigen sehr (kurzen) intensiven Probenphase endlich soweit. Es war 20:00 Uhr, und ein gut besetzter Hörsaal wartete darauf unser neuestes Repertoire aus der Musical- und Filmmusik zu hören. Mit voller Konzentration spielten wir uns vom wohl bekanntesten Agenten James Bond, zu einer kleinen französischen Rennmaus, und über einen Shostakovitsh Walzer zur Meisterdetektivin Miss Marple. Man spürte, dass wir uns alle in den Rausch der Musik spielten, und zunächst nicht merkten, als nach 1 ½ Stunden ein grandioser Schlussapplaus den Hörsaal füllte. Voller Euphorie über das gelungene Konzert, die selbst der strömende Regen nicht trüben konnte, verbrachten wir mit den Organisatoren einen amüsanten Abend in einer Cocktailbar. Dort bot sich auch endlich einmal die Gelegenheit das ein oder andere neue Gesicht in unserer Runde besser kennen zu lernen.

Nach einer sehr kurzen Nacht und einem sehr leckeren Frühstück brachen wir am Morgen unsere Zelte in Chemnitz wieder ab und machten uns auf dem Weg zu unserer nächsten Etappe - einem Instrumentenmuseum in Marktneukirchen. Als leidenschaftliche Musiker war es sehr spannend den Ursprung der unterschiedlichsten Instrumente zu erfahren. Während der 60-minütigen Führung brachten uns einige Kuriositäten, wie beispielsweise die Miniaturgeigen oder das weltgrößte spielbare Akkordeon, sehr zum Staunen. Da sich nach diesem kulturellen Highlight unsere Mägen wieder bemerkbar machten, ließen wir den entspannten Teil des Tages mit einem ausgiebigen Picknick beginnen. Mittlerweile in der Tschechischen Republik angekommen, ging das Entspannungsprogramm mit einem Besuch in der Therme in Franzensbad weiter. Nachdem wir alle genug sauniert und im Wasser getobt hatten, bezogen wir unser Domizil in Eger, einer kleinen Stadt an der deutsch-tschechischen Grenze. Wir wurden dort von Hubert, einem unserer passiven Mitglieder, sehr herzlich begrüßt und spürten sofort, dass wir in Eger willkommen waren. Wir nutzten den Abend, um in einem Restaurant gemeinsam zu Abend zu essen, und den ersten Kontakt mit der tschechischen Kultur zu machen.

Am nächsten Morgen konnten wir zum ersten Mal unsere Bühne für den kommenden Abend im Kulturhaus der Stadt Eger besichtigen. Trotz des mittlerweile erhöhten Schlafdefizits machten wir uns anschließend gut gelaunt mit Regenschirm bewaffnet – Petrus`s Laune war nicht merklich gestiegen – auf den Weg durch die Altstadt von Eger. Geführt wurden wir hier fachkundig von Tomas, dem 2. Bürgermeister der Stadt. Wir spürten dabei ein bisschen die Vergangenheit, die Kultur Tschechiens und die Verbindung nach Würzburg durch Balthasar Neumann, welcher in Eger geboren wurde und mit der Würzburger Residenz sein wohl imposantestes Bauwerk erschuf.

Dann folgte, natürlich dicht gefolgt von den beiden Konzerten, eines der absoluten Highlights unserer Konzertfahrt: Wir waren bei Hubert zu Hause eingeladen, und durften dort in den Genuss eines super leckeren, üppigen und unvergesslichen Mittagessens, das uns beinahe in ein Koma versetzte, kommen. Vielleicht nehmen wir bald das Angebot wahr, „tschadern“ einen Bus und machen uns nochmal auf den Weg in die Oberpfalz, um die Spezialität „Rauchfleisch“ erneut zu genießen. Auch wenn unserer straffer Zeitplan nicht viel Platz ließ um Waldsassen ausführlich zu besichtigen, waren der kurze Abstecher in die Basilika und eine Lebkuchenfabrik mit unserer deutsch-amerikanischen Begleitung Jean spaßige und sehr interessante Programmpunkte.
Die Zeit verging wie im Flug und so hieß es schon kurz darauf wieder „Konzerttime“. Routiniert bezogen wir unsere Bühne und gewannen bei einer kurzen Anspielprobe einen ersten Eindruck von der sehr guten Akustik des Konzertsaales. Unser kulinarisches Highlight an diesem Tag bot uns die nötige Kraft und Ausdauer das unter einem besonderen Zeichen stehende Konzert zu meistern. So konnte durch das ausverkaufte Konzert ein stattlicher Betrag gesammelt werden, um einige Aktionen der Rotary Clubs Cheb/Eger und Stiftland vor Ort zu unterstützen. Das Orchester ist sehr stolz mit dem Benefizkonzert auch einen Beitrag zur deutsch-tschechischen Annäherung geleistet zu haben. Beeindruckt von der Gastfreundschaft, ließen wir uns auf der extra für uns organisierten Aftershowparty zu einem spontanen Blaskapellenkonzert mit Egerländerliedern hinreißen.

Allerdings muss auch die schönste Fahrt irgendwann ein Ende finden. Nachdem wir mit sehr vielen Emotionen aus Eger verabschiedet wurden, fand die Orchesterfahrt mit einem Besuch in der Tropfsteinhöhle Pottenstein einen schönen Abschluss und gegen 18 Uhr erreichten wir trotz Pfingst-Rückreiseverkehr unseren Ausgangspunkt im Würzburger Steinbachtal.

Was bleibt zu sagen? Wir sind alle sehr müde, aber trotzdem sehr glücklich, am Sonntag in Würzburg angekommen und können alle auf eine sehr harmonische Konzertfahrt zurückblicken, bei der das Orchester noch ein Stück mehr zusammen gewachsen ist. Natürlich gibt es die ein oder andere Sache die nicht funktioniert hat, aber wir wissen jetzt umso mehr, mit unserer gemeinsame Leidenschaft der Musik können wir auch solche Situationen immer wieder meistern. Bei den zwei sehr gelungen Konzerten hoffen wir, das die Konzertbesucher gespürt haben, was uns alle mit dem POW verbindet – symphonische Blasmusik und ein Haufen von vielen netten Leuten, die gerne zusammen Musik machen. Ich denke wir sind alle ein bisschen verknallt in dieses Orchester.

Zum Schluss darf ein großes Dankeschön an verschiedene Personen nicht fehlen. Ohne die aufopferungsvolle Arbeit des Vorstands, unserem Dirigenten Peter Leipold, der es sicher nicht immer einfach mit uns hat, sowie allen anderen Menschen (in Tschechien, Waldsassen und Chemnitz) die diese Fahrt vorbereitet und organisiert haben wäre die Reise nicht so einmalig geworden. Danke dass ihr euch der Herausforderung gestellt habt und bereit wart so viel Zeit darin zu investieren.
Nach einer kleinen Pause treten wir im Juni 2013 in Würzburg auf, bis es dann, vielleicht schon im nächsten Jahr, heißt: das Projektorchester macht sich auf den Weg.