Mitreißendes Konzert: Projektorchester Würzburg nahm 1500 begeisterte Zuhörer im CCW mit auf eine spannende Reise zu ganz unterschiedlichen Filmmusiken
Würzburg. 1500 begeisterte Zuhörerinnen und Zuhörer, ein ausverkaufter Konzertsaal und minutenlanger Applaus: Filmmusik in ihrer ganzen emotionalen und klanglichen Vielfalt stand im Mittelpunkt des Jahreskonzerts des Projektorchesters Würzburg. Unter dem Titel „Von Menschen und Drachen“ verwandelten knapp 80 Musikerinnen und Musiker das Congress Centrum Würzburg in einen Ort voller Kino-Magie – ganz ohne Leinwand, dafür mit umso größerer musikalischer Ausdruckskraft.
Bereits der Konzertauftakt „Where never lark or eagle flew“ machte deutlich, auf welchem musikalischen Niveau sich der Abend bewegen würde. Strahlende Blechbläserklänge, mitreißende Holzbläserlinien und ein ausdrucksstarkes Querflötensolo von Elena Albert zogen das Publikum vom ersten Ton an in ihren Bann.
Schon in den ersten Takten wurde also klar: Das Publikum erwartet eine bildgewaltige Klangreise. So erwachte die bedrohliche Welt von Jurassic Park mit markanten rhythmischen Impulsen und kraftvollen Bläserpassagen akustisch zum Leben. So sprühte das Orchester bei Shrek vor Leichtigkeit und Charme. Ob Der Hobbit, Der Herr der Ringe oder Drachenzähmen leicht gemacht: Das Projektorchester Würzburg tauchte musikalisch perfekt in die Welten der Filmlegenden ein. Mal aufbrausend und heroisch, mal geheimnisvoll und andächtig erzählten die Werke von epischen Abenteuern, inneren Kämpfen und großen Gefühlen. Die ausgewogene Balance zwischen Holz- und Blechbläsern sorgte dabei für einen transparenten, dennoch kraftvollen Gesamtklang. Auch die Perkussionisten des Orchesters traten eindrucksvoll in Erscheinung: Facettenreich und mit großer Präzision setzten sie Akzente.
Wie wandlungsfähig das Projektorchester Würzburg agiert, wurde bei einem ganz anderen Stück deutlich: Besonders farbenreich präsentierte sich die Musik aus „Chihiros Reise ins Zauberland“. Ungewöhnliche fernöstliche Klänge, wechselnde Tempi und eine spielerische Leichtigkeit verliehen dem Werk eine eigene, zauberhafte Atmosphäre.
Auch dunklere Klangwelten kamen nicht zu kurz. Die Musik aus Batman wirkte bedrohlich, spannungsgeladen und düster, während sich das Orchester mit großer Präzision durch komplexe rhythmische Strukturen bewegte – teils auch klatschend.
Einen emotionalen Höhepunkt bildete schließlich „Die Schöne und das Biest“ als offizielles Schlussstück. Lyrisch, warm und voller Gefühl entfaltete sich die Musik und wurde vom Publikum mit Standing Ovations belohnt. Drei Zugaben folgten unter anhaltendem Applaus – ein deutliches Zeichen für die Begeisterung der rund 1500 Zuhörerinnen und Zuhörer, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten. Die Karten für dieses Konzert waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.
Dirigent Ekkehard Hauenstein musste seine rund 80 Musikerinnen und Musiker nicht zähmen, sondern konnte sie getrost an der „langen Leine“ lassen. Johannes Keppner führte durch den Abend und verstand es, dem Publikum interessante Einblicke zu geben. Mit Philipp Albert aus Gerchsheim, dem langjährigen Vorsitzenden des Vereins und begeisterten Perkussionisten, wurde ein Musiker gewürdigt, der die Entwicklung des Orchesters von Beginn an entscheidend mitgeprägt hat. Das Projektorchester Würzburg, ein symphonisches Blasorchester mit Holz- und Blechbläsern, einer umfangreichen Percussion-Sektion sowie ergänzenden Streichinstrumenten, hat sich seit der Gründung 1995 stetig weiterentwickelt und vergrößert. Bereits zum 29. Mal zeigte das Orchester bei seinem Jahreskonzert eindrucksvoll, wie lebendig, anspruchsvoll und mitreißend konzertante Musik sein kann.
Nun darf man gespannt in die Zukunft blicken: Im kommenden Jahr feiert das Projektorchester Würzburg sein 30. Jahreskonzert – erstmals mit zwei Konzertabenden. Die Erfolgsgeschichte wird also mit großer Leidenschaft weitergeschrieben.
Text: Diana Seufert – Fränkische Nachrichten – 29.01.2026
