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Nacht der Erinnerungen

Montag., 14. Januar 2013

„Wenn es hell wird, wird diese Nacht Erinnerung sein“.

So wird es im Musical „Cats“ von Andrew Lloyd Webber vorhergesagt. Und ebenso lautete das Versprechen, welches das Projektorchester Würzburg e. V. am 12. Januar 2013 den 1200 Zuschauern im Franconia-Saal des Congress Centrum Würzburg gab. Eine lange Probephase war auch diesem Konzert wieder vorangegangen, beginnend mit dem „Kick-Off-Day“ am 30. September 2012. Dieser begann ungewohnt, weil zum ersten Mal seit über drei Jahren nicht Christian Steinlein am Pult stand, sondern der Neue am Taktstock: Alexandru Chepa. Über das in vielerlei Hinsicht kräftezehrende Probenwochenende sowie mehrere ganze Probetage hinweg erarbeitete sich das Orchester ein abwechslungsreiches Programm für das große Jahresabschlusskonzert.

Eröffnet wurde das Konzert mit der Filmmusik aus dem Klassiker Ben Hur, majestätisch und fulminant von Anfang an. Moderator Johannes Keppner, durch Radio Gong auch bekannt als „Keppi“, führte das Publikum dann von Rom aus in die schottischen Highlands und in den Befreiungskampf des William Wallace und hin zur Musik aus dem Film Braveheart. Nach diesen beiden Klassikern folgte nun ein Komponist, der auf fast keinem Konzert mit Filmmusik fehlt, der allerdings wohl am meisten mit der Musik zum Film Fluch der Karibik in Verbindung gebracht wird: Hans Zimmer. Das Projektorchester spielte allerdings diesmal kein Stück aus dieser Trilogie, sondern einem älteren Werk: Crimson Tide – in tiefster Gefahr, aus dem Jahr 1995, für dessen Musik Hans Zimmer sogar einen Grammy bekam. Den Abschluss der ersten Konzerthälfte bildete Of Sailors and Whales, eine Komposition für Symphonisches Blasorchester von W. Francis McBeth, in der die Hauptfiguren aus Herman Melvilles Literaturklassiker „Moby Dick“, insgesamt ganze sieben Mal verfilmt, musikalisch beschrieben werden. Die Sätze „Ishmael“, „Queequeq“, „Father Mapple“, „Ahab“ und „The White Whale“ leitete Benedikt Spangardt (Horn) erzählerisch mit kurzen Textauszügen ein. Und zur allgemeinen (und durchaus eigenen) Verblüffung entpuppte sich das Projektorchester Würzburg dabei noch als durchaus brauchbarer Chor! Zum Nachprüfen sei an dieser Stelle der YouTube-Kanal des Orchesters zu empfehlen (http://www.youtube.com/user/projektorchester).

Vom Meer und dem Kampf gegen einen Wal ging es nach der Pause schließlich ins All, besser gesagt, zu einem Alien: Mit John Williams' Adventures on Earth, der Musik zu Steven Spielbergs Filmklassiker „E.T. der Außerirdische“ eröffnete das Projektorchester die zweite Konzerthälfte. Das nächste Stück handelte von einem Mann, der in seinem Film wirklich viel erlebt: Er verpasst Elvis den Hüftschwung, wird Vietnam-Held, trifft John F. Kennedy und wird schließlich sogar Apple-Anteilseigner. Und das, obwohl er eigentlich nur seiner Liebe nachjagt: Forrest Gump. Anschließend begrüßte das Projektorchester einen Gast-Solisten auf der Bühne: Evelyn Kincses sang, begleitet vom Orchester, Memory aus dem schon genannten Musical „Cats“, von Andrew Lloyd Webber und erntete begeisterten Applaus, sowohl vom Publikum, als auch dem Orchester. Vom Musical ging es bei dem nächsten Stück wieder zu einem Film: Musik from Chicago, ein Medley mit Stücken aus dem gleichnamigen burlesken Film, der im Chicago der „goldenen“ 20er Jahre spielt. Für das letzte reguläre Stück im Programm des Abends kündigte „Keppi“ schließlich die „verrückteste Trompete des Abends“ an: Chuck Mangiones Children of Sanchez bildete den Abschluss des offiziellen Konzertprogramms, mit dem „Verrückten“ Solisten Frank Kindermann an der Trompete. Aber das Publikum brachte, angeführt von Johannes Keppner, lautstark zum Ausdruck, dass damit noch nicht genug war. Also folgte mit der Musik zum Cartoonklassiker Simpsons die erste Zugabe. Und weil das Publikum immer noch nicht genug hatte, ließ daraufhin das POW die Ghostbusters auf das Publikum los. Und letzten Endes gab es mit dem ruhigen Lux Aurumque noch einen entspannenden Gruß für den Heimweg vom Projektorchester.

Das Projektorchester Würzburg e.V. ist stolz darauf, dass es wieder ein wunderbares Konzert spielen durfte und bedankt sich bei Alexandru Chepa für seine Arbeit, bei Evelyn Kincses und bei Moderator Johannes „Keppi“ Keppner für seine humorvolle Führung durch den Abend und hofft auf eine ebenso tolle Sommerphase und ein schönes Konzert am 11. Januar 2014!